"Into the wild" - Am Kletterfelsen fürs Leben lernen
Bereits zum fünften Mal ging es gemeinsam mit 22 Jugendlichen auf den Weg in den Pfälzer Wald. Vom 13. bis 17. Juli war der Campingplatz La Bremendell im elsässischen Sturzelbrunn Ausgangspunkt für erlebnisreiche Tage voller Herausforderungen, Naturerfahrungen und gemeinsamer Abenteuer.
Toprope-Klettern am Fels
VG RHEIN SELZ/STURZELBRUNN, ELSASS - Für einige Tage wurden der Zeltplatz, die umliegenden Wälder und die beeindruckenden Felsformationen zum Zuhause der Gruppe. Geschlafen wurde im eigenen Zelt, gemeinsam gekocht und – ganz im Sinne des Abenteuers – nahezu ohne Strom gelebt. Diese bewusste Reduzierung auf das Wesentliche machte die Freizeit zu einem besonderen Erlebnis und bot zahlreiche Gelegenheiten, den Alltag hinter sich zu lassen und echte Gemeinschaft zu erleben.
Im Mittelpunkt von “into the wild” steht die Verbindung von Erlebnispädagogik und Suchtprävention. Beim Toprope-Klettern am Fels (von engl. top – oben, rope – das Seil) sowie bei weiteren Outdoor-Aktivitäten erleben die Jugendlichen ihre eigenen Stärken und Grenzen. Sie lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, Herausforderungen gemeinsam zu meistern und sich als Team gegenseitig zu unterstützen.
Jugendliche wachsen über sich hinaus
„Es ist jedes Jahr beeindruckend zu sehen, wie die Jugendlichen über sich hinauswachsen. Wer sich am ersten Tag noch unsicher fühlt, übernimmt am Ende Verantwortung für andere und stärkt die ganze Gruppe. Genau diese Erfahrungen bleiben nachhaltig in Erinnerung“, berichtet Svenja Lambert von der Mobilen Jugendarbeit Mittleres Selztal bei der Regionalen Diakonie Rheinhessen.
Die Angebote orientieren sich am Konzept des risflecting aus der Rausch- und Risikopädagogik. Erlebte Situationen werden gemeinsam reflektiert und auf den Alltag übertragen. So entsteht ein direkter Bezug zwischen bewusstem Handeln bei Outdoor-Aktivitäten und einem verantwortungsvollen Umgang mit Risiken im täglichen Leben.
Neben Kletteraktionen und weiteren erlebnispädagogischen Elementen standen vor allem die Förderung wichtiger Lebenskompetenzen im Mittelpunkt. Dazu gehören Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, Kommunikations- und Teamfähigkeit, Problemlösungskompetenz, Verantwortungsbewusstsein sowie die Fähigkeit, das eigene Handeln zu reflektieren.
Raus aus der Komfortzone
Outdoor bedeutet jedoch auch, sich auf Unvorhergesehenes einzulassen. Sonnenschein, Hagelschauer und matschige Wege gehörten ebenso zur Freizeit wie gemeinsame Erfolgserlebnisse, Spieleabende und intensive Gespräche. Gerade diese Mischung macht jede Freizeit einzigartig und schafft Erinnerungen, die weit über die gemeinsame Woche hinauswirken.
„Unsere Aufgabe ist nicht, den Jugendlichen jedes Hindernis aus dem Weg zu räumen. Wir schaffen einen sicheren Rahmen, in dem sie eigene Lösungen finden, Risiken einschätzen und erleben können, wie viel sie gemeinsam erreichen. Das stärkt sie auch für die Herausforderungen des Alltags“, betont Niko Blug von der Fachstelle Suchtprävention der Regionalen Diakonie Rheinhessen
„Into the Wild“ ist ein Kooperationsprojekt der Mobilen Jugendarbeit Mittleres Selztal, und der Fachstelle Suchtprävention der Regionalen Diakonie Rheinhessen, des Jugendbüros der Verbandsgemeinde Bodenheim sowie des Jugendhauses Oppenheim im Evangelischen Dekanat Ingelheim-Oppenheim.
Die Freizeit wird aus Mitteln des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung gefördert. Ein herzlicher Dank gilt außerdem dem Posaunenchor Dienheim für die großzügige Überlassung des Anhängers, der den Transport der Ausrüstung ermöglicht hat.
Eurer Kontakt
Regionale Diakonie Rheinhessen
Svenja Lambert
Mobile Jugendarbeit Mittleres Selztal
Beratungszentrum Oppenheim
Am Markt 10
55276 Oppenheim
Regionale Diakonie Rheinhessen
Niko Blug
Suchtprävention
Standortkoordination HaLT proaktiv
Beratungszentrum Oppenheim
Am Markt 10
55276 Oppenheim