17. COA-Aktionswoche 2026: Sichtbarkeit für Kinder aus suchtbelasteten Familien
Jedes fünfte bis sechste Kind in Deutschland wächst in einer Familie auf, in der mindestens ein Elternteil suchtkrank ist. Diese Kinder sind oft emotional überfordert und tragen Verantwortung, die für ihr Alter zu groß ist. Sie erleben gewaltsame Ausbrüche und chronische Belastungen, die ihre Entwicklung nachhaltig beeinträchtigen.
Oppenheim - Kinder, von denen mindestens ein Elternteil suchtkrank ist, sind oft emotional überfordert und tragen Verantwortung, die für ihr Alter zu groß ist. Sie erleben gewaltsame Ausbrüche und chronische Belastungen, die ihre Entwicklung nachhaltig beeinträchtigen. Doch ihre Bedürfnisse bleiben oft übersehen.
„Mein Vater säuft jeden Tag und lässt dann seine Wut an mir aus“, beschreibt Leon, ein betroffener Jugendlicher, seine Erfahrung. „Diese Kinder brauchen frühzeitig verlässliche Unterstützung“, so Nico Blug von der Fachstelle Suchtprävention der Regionalen Diakonie Rheinhessen.
Zur 17. COA-Aktionswoche (22.–28. Februar) fordert NACOA Deutschland mehr politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Ein zentrales Anliegen ist die Einführung kommunaler Gesamtkonzepte, die eine koordinierte Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Suchthilfe und Gesundheitswesen ermöglichen und passgenaue Hilfsangebote bieten.
Die Fachstelle Suchtprävention der Regionalen Diakonie Rheinhessen möchte nicht nur medial auf das Problem aufmerksam machen. Gemeinsam mit der Kita-Sozialarbeit der Stadt Oppenheim setzt sie ein Zeichen für Prävention und Aufklärung. In den städtischen Kitas wird über die Themen Kinder aus suchtbelasteten Familien sowie kein Alkohol in der Schwangerschaft informiert. Ziel ist es, Fachkräfte zu sensibilisieren und Eltern zu erreichen.
Ergänzend sind in ausgewählten Kitas Informationsgespräche mit den pädagogischen Teams geplant, um einen vertieften fachlichen Austausch zu ermöglichen, Fragen zu klären und Handlungssicherheit im Umgang mit betroffenen Familien zu stärken. Flankierend werden in zwei Kitas thematische Büchertische mit geeigneter Kinderliteratur eingerichtet, die den Einrichtungen auch über den Aktionszeitraum hinaus zur Verfügung gestellt werden und zusätzlich eine niedrigschwellige Sensibilisierung von Eltern ermöglichen.
Langfristiges Ziel des Angebotes ist der Ausbau und die Stärkung bestehender Netzwerkstrukturen sowie die Förderung der interdisziplinären Vernetzung im Bereich der Suchtprävention/ frühen Hilfen. Unterstützt wird die Aktion vom Förderverein gegen Suchtgefahren e. V.
„Es geht darum, die bestehenden Angebote auszubauen und sicherzustellen, dass betroffene Kinder und Familien die notwendige Unterstützung erhalten“, betont Blug. Unter dem Motto #wirwerdensichtbar wird NACOA Deutschland in dieser Woche bundesweit auf die Bedürfnisse dieser Kinder aufmerksam machen und zur Verbesserung der Hilfestrukturen aufrufen.
Ihr Kontakt
Regionale Diakonie Rheinhessen
Niko Blug
Suchtprävention
Standortkoordination HaLT proaktiv
Beratungszentrum Oppenheim
Am Markt 10
55276 Oppenheim
